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Innovative Konzepte zur Stärkung der Pflege

06.11.2017 10:08
Missstände zu beklagen ist stets einfacher als konkrete Lösungen aufzuzeigen. Die Berliner Pflegekonferenz will daher allen in der Pflege involvierten einen praxisorientierten Diskurs zur Zukunftssicherung der Pflege bieten. Betroffene, Pflegeexperten und Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft debattieren am 9. und 10. November 2017 im WECC (Westhafen Event & Convention Center) über innovative Konzepte zur Stärkung der Pflege.

Die Berliner Pflegekonferenz bietet den Besuchern am ersten Veranstaltungstag 5 Fachforen an, die sich folgenden Themen widmen:

In unserer alternden Gesellschaft ist eine gute, finanzierbare und menschwürdige Pflege eine der zentralen Herausforderungen. „Innovationen“ kann dann eines der Zauberworte sein, wenn es darum geht, Arbeitsprozesse zur Entlastung der Pflegenden effizienter zu gestalten oder Senioren länger ein selbstständiges Leben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen. Aber wie gelangen diese von der Forschung in die Pflegepraxis? Welche Hindernisse gilt es dabei zu überwinden? Anschaulich demonstriert wird dies in einem eigenen Fachforum am Beispiel des Pflegeroboters „Pepper“, wie der Veranstalter spectrumK ankündigt.

Eine menschenwürdige Pflege bedeute, auch Pflegebedürftigen ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung zuzubilligen. Eine ausschließlich im Sinne des Vermeidens herausfordernden Verhaltens stattfindende Diskussion werde diesem Thema nicht gerecht. Auf der Berliner Pflegekonferenz werden daher Lösungen erörtert, wie den Bedürfnissen dieser Menschen entsprochen werden kann. Erich Grond, emeritierter Professor für Sozialmedizin und Pionier auf dem Gebiete, leitet in das Thema ein. Anschließend diskutiert er die Umsetzung in der Pflegepraxis mit Praktikern und Experten aus der Pflege.

Professor Martin Mielke vom Robert Koch-Institut moderiert im Fachforum 2 die Debatte um das drängende Thema Infektionsschutz und Keimverschleppung in der Pflege. Wie können im Zeitalter zunehmender Resistenzen Hygienekonzepte entwickelt und durch konkrete Alltagshandlungen umgesetzt werden? Gerade die ambulante und stationäre Pflege müsse sich diesen Fragen und Herausforderungen stellen. Denn Pflegebedürftige würden nicht nur immer älter, sondern entwickelten zunehmend auch komplexere Risikoprofile für Infektionen.

Ein Dauerbrenner und immer noch ungelöst, so spectrumK, ist das Problem, dass der demografische Wandel eine große finanzielle Belastung für unsere Sozialsysteme darstellt. Die Berliner Pflegekonferenz will Wege aufzeigen, wie die Versorgungsstrukturen bei steigender Nachfrage nach Pflege und Betreuung nachhaltig weiteentwickelt werden können. Social Investment und die Einbindung von Start-up Unternehmen sind spannende Ansätze, die etwas zur Verbesserung der Pflege beitragen können. Diskutiert werden müsse dabei auch die Frage, welche Konsequenzen die verschiedenen Versorgungsformen auf das Wohlbefinden Gepflegter und ihrer Angehörigen haben.

Ein weiterhin ungelöstes Problem ist die Bewältigung des akuten Fachkräftemangels in der Pflege. Ist die Pflegekammer ein geeignetes Instrument, um die Attraktivität des Berufstandes zu erhöhen? Hohe Kosten und Zwangsmitgliedschaft sprächen nach Ansicht einiger Vertreter eher dagegen. Das Für und Wider der „Verkammerung“ soll daher in einem weiteren Fachforum zwischen Vertretern aller Richtungen eingehend diskutiert werden. Dabei gehe es nicht nur um berufspolitische Aspekte, sondern ganz konkret um den Nutzen für die Praxis. Denn die Zukunft der Pflege wird in der Pflegepraxis entschieden.

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