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RTL-Spendenmarathon sammelt für neues nestwärme-Haus

24.11.2020 12:19
"Das Nest" – so lautet kurz und prägnant der Name des Projektes, das inklusive Therapien für schwerstkranke und pflegebedürftige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene anbietet mit innovativen Beratungs- und Begleitungsangeboten sowie einer Fort- und Weiterbildungs-Akademie. Das multifunktionale Kinderhaus wird von der Stiftung Rehkids im Trierer Höhenstadtteil Petrisberg gebaut und nestwärme zur Verfügung gestellt. So können die bereits bestehenden regionalen Versorgungsstrukturen der ambulanten Kinderkrankenpflege und -betreuung, ebenso der Kinderhospizarbeit unter einem Dach gebündelt und ideal ergänzt werden. Das "Nest" ist eines der geförderten Projekte des RTL-Spendenmarathons 2020.

Dass der Bedarf für ein multifunktionales nestwärme Haus in der Verbindung von ambulanten, teilstationären und stationären Pflege- und Beratungsangeboten groß ist, zeige eine aktuelle Studie des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism). Die Versorgungssituation hinsichtlich Unterstützungsangeboten für Familien mit einem chronisch schwer, unheilbar oder lebensverkürzend erkrankten Kind wurde wissenschaftlich analysiert. Die ism-Studie liefere nun eine fachliche und empirisch begründete Bedarfsbeschreibung für ein nestwärme Haus mit ergänzenden interdisziplinären Entlastungsangeboten, das in ein regionales Versorgungskonzept eingebunden ist.

Bereits beim von nestwärme organisierten Symposium zur Zukunft der ambulanten Kinderkrankenpflege“ im Juni 2019 in Trier waren seien sich alle Experten einig gewesen, dass bedarfsgerechte und sektorenübergreifende Maßnahmen nötig sind, um Familien mit pflegebedürftigen Kindern zu unterstützen, erläutert Petra Moske, nestwärme-Gründerin und 1. Vorsitzende. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt der Ambulanten Brückenpflege, die einen begleiteten Übergang von der Klinik ins Familienleben bietet, ist das multifunktionale, inklusive nestwärme Haus der folgerichtige nächste wichtige Schritt. Das rheinland-pfälzische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie hat die Entwicklung dieses neuen Modellprojektes genehmigt. Neben der Stiftung Rehkids seien auch die Herbert und Veronika-Reh-Stiftung sowie die Nikolaus-Koch-Stiftung wichtige Unterstützer insbesondere in der Planungs- und Konzeptphase.

Gemeinsam entsteht in den nächsten beiden Jahren ein Leuchtturmprojekt für die ganze Großregion.

Das Nest richtet sich an die rund 8.000 Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsene bis 25 Jahre im Großraum Trier und Saarland, die gepflegt werden müssen. nestwärme unterstütze derzeit jährlich knapp 400 Familien. Wie komplex die Bedarfslage ist, zeige sich daran, dass meist mehrere Hilfsangebote gebraucht würden, für die wiederum verschiedene Leistungsträger zuständig sind. Dies bedeute, dass Familien mit mehreren Fachkräften arbeiten müssen – eine organisatorische und bürokratische Herausforderung.

Die ism-Studie zeige ebenso, dass es zwar schon verschiedene Netzwerke gebe, sich die Angebote jedoch untereinander verbessern ließen, erläutert Studienleiterin Elisabeth Schmutz. „Es besteht deutlicher Weiterentwicklungsbedarf, denn im Zusammenleben mit einem erkrankten Kind hat die Familie ständig die Herausforderung, mit einer Überforderung zu leben“. Benötigt würden vor allem Betreuungsangebote, die es Eltern ermöglichen, ihre Familie mit den Geschwisterkindern stabil zu halten und idealerweise auch wieder verlässlich berufstätig zu sein. Werde beispielsweise die Mutter krank, sei ein hoher bürokratischer Aufwand nötig, um eine Betreuung zu finden. Die Möglichkeit, im neuen nestwärme NEST einen Kurzzeitpflegeplatz zu bekommen, sei eine große Erleichterung, so ein Ergebnis der Studie. Bedarf bestehe aber auch für Angebote, die Eltern Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, ebenso für ein flexibles teilstationäres Tages- und Nachthospiz in Wohnortnähe für Kinder, Jugendliche und ihre Familien.

Zudem sollen in der neuen Einrichtung auch junge Erwachsene, die außerhalb der Familie ihr eigenes Leben führen wollen, einen Platz finden. „Es ist nicht damit getan, dass ein behinderter oder kranker Mensch an einem anderen Ort gepflegt wird“, sagt Schmutz. „Das ist nicht der Sinn des eigenständigen Lebens. Es muss auch in der eigenen neuen Umgebung ein Nest geschaffen werden. Und genau dies möchte das nestwärme Haus begleiten.“

nestwärme – ein Gefühl, das die Kräfte fürs Leben bündelt

„Politik und Gesellschaft dürfen schwerstkranke Kinder und ihre Familien nicht länger allein lassen!“ So lautet der Appell, mit dem die nestwärme Gründerinnen Petra Moske und Elisabeth Schuh um Solidarität werben. „Eine gesunde Kindheit ist keine Garantie; ein Unfall oder eine Erkrankung können jederzeit für eigene Betroffenheit sorgen“, wissen die beiden aus jahrelanger Erfahrung. „Inklusion als Haltung und das Kümmern um die Schwächsten der Gesellschaft sind Grundwerte unserer Solidargemeinschaft.“

Aktuelles Beispiel zur direkten Hilfe in Corona-Zeiten sind die nestwärme-Online Angebote mit Tipps und Anleitungen zur Selbstfürsorge, Modulen zur Stärkung der eigenen Resilienz, einer 1:1 Beratung für Konfliktphasen, mit Gute-Nacht-Geschichten und vielem mehr. Einfach QR-Code scannen und zur Webseite gelangen.

"Das Nest" soll der nächste Meilenstein sein. Wer helfen möchte, diesen neuen Ort für mehr Nestwärme mitzugestalten, sei herzlich willkommen. Die Spendenkonten sind auf der website von nestwärme zu finden. Wer direkt helfen und die nestwärme-Arbeit unterstützen möchte, findet in der Region Trier in den nächsten Wochen Orten Spendenboxen in Form kleiner Vogelhäuser.

Hintergrund:
Das Sozialunternehmen nestwärme e.V. Deutschland entlastet, berät und begleitet seit 1999 Familien, die ihre schwerkranken Kinder zuhause pflegen. In Rheinland-Pfalz und im Saarland unterstützt nestwärme die Familien mit einem ambulanten Kinderkrankenpflegedienst, einem häuslichen Kinderhospizdienst, in Trier mit der inklusiven Kinderkrippe und einer ambulanten Brückenpflege. Bundesweit engagieren sich in 11 Nestern im Rahmen des mehrfach ausgezeichneten Projekts Ehrenamtliche als Familienpaten, Talent- und Kompetenzschenker.

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