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BPAV: Optimierung der Patientenversorgung möglich

15.06.2018 11:02
Der Bundesverband Patientenindividueller Arzneimittelverblisterer (BPAV) beobachtet mit Unverständnis, dass außer vieler Worte in der Pflege noch keine erkennbaren Verbesserungen zu sehen sind. Dass die Personalsituation prekär ist zeigt der Pflege-Report 2018. Schnelles Handeln ist geboten. Ein Baustein zur Verbesserung dieser Situation ist nach Auffassung des Verbandes die patientenindividuelle Arzneimittelverblisterung (PAV).

Im Rahmen des Pflege-Reports 2018 deckte das Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) auf, dass zwischen den Pflegeheimen große Qualitätsunterschiede bestehen. Das Institut kritisiert zu viele wund gelegene Patienten und große Unterschiede bei der Einweisung in Krankenhäuser. Müsste sich das Pflegepersonal nicht mehr dem zeitaufwendigen und fehlerbehafteten manuellen Stellen von Medikamenten widmen, bliebe mehr Zeit sich um die Patienten zu kümmern und solche Zustände zu vermeiden, analysiert der BPAV.

Die im Koalitionsvertrag angekündigten 8.000 Neueinstellungen im Pflegebereich bedeuteten bei aktuell ca. 13.000 Pflegeeinrichtungen in Deutschland nicht einmal eine neue Stelle pro Einrichtung. Mit dem Auslagerungs- und Einsparpotenzial, das die patientenindividuelle Arzneimittelverblisterung biete, könnten hingegen weitere, ca. 6.000 neue Stellen geschaffen werden. Dadurch käme auf jede Pflegeeinrichtung mindestens eine neue Pflegekraft.

„Bei aktuell rund 800.000 stationär Pflegebedürftigen* bietet die PAV allein mit Blick auf die Medikamentenstellung ein Auslagerungspotenzial von über 180 Mio. Euro – und das jährlich“, erklärt der BPAV-Vorsitzende Hans-Werner Holdermann. Bei einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt einer Pflegekraft von etwa 30.000 Euro, könnten demnach allein 6.000 neue Pflegekräfte von dem ermittelten Auslagerungsvolumen bezahlt werden.

„Damit dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann, müssen die Verantwortlichen Personen in Politik und Selbstverwaltung jedoch endlich handeln. Die PAV muss flächendeckend in allen Alten- und Pflegeheimen eingeführt werden, um sowohl die fehlerfreie und therapietreue Medikamentenversorgung als auch die Pflegequalität flächendeckend zu verbessern. Es ist unverständlich, dass die Expertise und Dienstleistung, die Blisterzentren bieten, von vielen Heimen ungenutzt bleibt. Auch der von Apotheken durch die Verblisterung standardmäßig geführte Medikationsplan hilft dabei Krankenhauseinweisungen von Heimbewohnern aufgrund von Fehlmedikationen zu verhindern“, ergänzt Holdermann.

*Laut Statista waren im Jahr 2015 783.000 Pflegebedürftige vollstationär in Pflegeheimen untergebracht.

Bildquelle: BPAV

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