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DBfK-Symposium zur Zukunft der Pflege in Deutschland

04.04.2022 16:38
Am 29. März 2022 diskutierten Verantwortliche aus Politik, Selbstverwaltung und Verbänden zur zukünftigen Rolle der beruflichen Pflege im Gesundheitssystem 2030. DBfK-Präsidentin Christel Bienstein und die DBfK-Bundesgeschäftsführerin Bernadette Klapper machten deutlich, dass Deutschland jetzt einen Neustart für die Pflegeberufe brauche.

„Kontinuität und Erneuerung sind zwei Stichworte, für die der DBfK in ganz besonderer Weise steht. Wir wollen heute die Zäsur der neuen Regierung nutzen, um die berufliche Pflege zu verorten und um die richtigen Weichen für ihre Zukunft zu stellen“, eröffnete DBfK-Präsidentin Christel Bienstein die digitale Veranstaltung.

Wie ernst die Lage ist, machte DBfK-Bundesgeschäftsführerin Bernadette Klapper zu Beginn des Symposiums deutlich: „Die berufliche Pflege in Deutschland steht am Abgrund. Aber um eins ganz klar zu sagen – wenn sie abstürzt, ist es nicht die Pflege, die verlieren wird. Denn die Pflegenden werden einfach den Beruf verlassen und ihr Geld woanders verdienen. Verlieren wird unsere Gesellschaft als Ganze.“

Klapper benannte drei Prozesse, die für die dramatische Situation verantwortlich seien: die Deprofessionalisierung des Pflegeberufs, die Ausdünnung des Pflegepersonals und die andauernde Fremdbestimmung der professionellen Pflege. Am Ende ihrer Auftaktrede forderte sie die rund 800 Gäste auf: „Haben Sie den Mut für einen Neustart! Haben Sie den Mut, in Pflege so zu investieren, dass wir uns im Jahr 2030 gerade in die Augen schauen können und uns freuen können, dass es allen, die Pflege brauchen, gut geht.“

Das Symposium blieb aber nicht bei der Diagnosestellung stehen. Dem Auftakt folgten drei Panels, in denen Perspektiven diskutiert wurden. In der ersten Diskussionsrunde zeigten Vertreter:innen aus Pflegewissenschaft, aus der Pflegekammer und -berufspolitik die wichtigsten Entwicklungsfelder in den Pflegeberufen auf. Der Fokus der Runde war eindeutig: Ohne die Profession Pflege wird es keine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung in Deutschland geben. Pflegeratspräsidentin Christine Vogler sagte: „Wir brauchen ein schlüssiges und tragfähiges Bildungskonzept für die Pflege – von der Pflegeassistenzausbildung bis zum Master-Abschluss“.

In der zweiten Diskussionsrunde mit Vertreter:innen der Selbstverwaltung und Ärzteschaft wurde deutlich, dass es allen Beteiligten in erster Linie um eine bessere Gesundheitsversorgung gehe und dass dafür alle Perspektiven genutzt werden müssen. Bundesärztekammerpräsident Reinhardt unterstützte den Anspruch auf mehr Studienmöglichkeiten für Pflegefachpersonen und sprach sich für stärkere interprofessionelle Kooperation aus.

Was jetzt seitens der Politik getan werden muss, diskutierten im dritten Panel Politikerinnen von SPD, Grünen und FDP sowie die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Claudia Moll, mit DBfK-Präsidentin Bienstein. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Etablierung der Community Health Nurse war ein zentraler Punkt, zu dem sich die Diskutantinnen klar bekannten. Dass die Berufsgruppe auch selbst für die Verbesserung ihrer Rahmenbedingungen eintreten kann, machte die Pflegebevollmächtigte Claudia Moll deutlich, indem sie die beruflich Pflegenden dazu aufrief, sich in Verbänden und Gewerkschaften zu organisieren, um eine Stimme zu haben.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte eine Videobotschaft zum Abschluss des Symposiums geschickt. Er bot damit Anknüpfungspunkte, mit denen an einem Neustart für die Pflege weitergearbeitet werden muss.

„Der Neustart muss mit der Profession Pflege umgesetzt werden. Wir brauchen gute Arbeitsbedingungen, ein schlüssiges Bildungskonzept, neue pflegerische Rollen und allem voran mehr Selbstbestimmung“, so Klappers Fazit am Ende des Symposiums. In diesen Neustart zu investieren, sei unumgänglich für die Zukunft der Profession Pflege und damit für die Zukunft Deutschlands. „Denn gute Pflege ist unabdingbar für Solidarität und Zusammenhalt und die Wahrung der Würde des Einzelnen inmitten unser freiheitlich-demokratischen Gesellschaft.“