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digiDEM Bayern zeichnet Gewinner des Open Innovation Wettbewerbs aus

25.02.2021 10:36
Ein Online-Pflegekurs für Angehörige von Menschen mit Demenz, ein Podcast mit ausführlichen Informationen rund um die Erkrankung und eine App, die Angehörigen hilft, die Pflege zu Hause zu meistern - das sind die Gewinner des Open Innovation Wettbewerbs von digiDEM Bayern.

Das Demenz-Forschungsprojekt digiDEM Bayern hatte im Rahmen eines Open Innovation Wettbewerbs dazu aufgerufen, sich mit digitalen Lösungen für Menschen mit Demenz, pflegende Angehörige, interessierte Bürger*innen und ehrenamtliche Helfer*innen zu bewerben. Insgesamt wurden 19 Angebote eingereicht, von denen eine Experten-Jury nun die drei Gewinner ausgewählt hat.

Die drei Gewinner-Angebote

Den ersten Platz mit einem Preisgeld von 5.000 Euro belegt der Online-Pflegekurs “Alzheimer & Demenz”. Das E-Learning-Angebot nach § 45 SGB X der Töchter & Söhne Gesellschaft für digitale Helfer mbH richtet sich an pflegende Angehörige und ehrenamtlich Pflegende und vermittelt die wichtigsten Informationen und praktisches Wissen zur Pflege von Menschen mit Demenz im häuslichen Umfeld. Kursteilnehmer*innen erhalten Hilfestellung zur eigenen Entlastung und werden von einem Expertenrat begleitet, der ihre individuellen Fragen rund ums Thema Pflege beantwortet.

Der zweite Platz mit einem Preisgeld von 3.000 Euro geht an den “Demenz-Podcast”. Der kostenlose Podcast des medhochzwei-Verlags erscheint monatlich mit Informationen für alle, die sich mit Demenz befassen. Jede Sendung behandelt ein Thema und dauert etwa 30 Minuten. Der Demenz-Podcast bietet konkrete Unterstützung bei vielen Fragen von Angehörigen, etwa zur Kommunikation mit Menschen mit Demenz, zu Möglichkeiten der Freizeitgestaltung oder zu rechtlichen Belangen.

Den dritten Platz mit einem Preisgeld von 2.000 Euro erreicht die Pflege-App “Nui – Dein digitaler Begleiter durch den Pflegealltag” der Nui Care GmbH, die Pflegebedürftigen und Angehörigen den Alltag erleichtern soll. So unterstützt die App sie zum Beispiel dabei, Anträge zu stellen, Arzttermine zu organisieren sowie Pflegehandgriffe erlernen und bietet persönliche Beratung durch Experten. Zudem können mehrere Personen ein Netzwerk bilden und gemeinsam den Tagesablauf eines Pflegebedürftigen mit verschiedenen Terminen und Aufgaben koordinieren.

Bedeutung digitaler Angebote steigt weiter

“Wir sind überzeugt davon, dass die ausgezeichneten Angebote für die betroffenen Personengruppen eine Unterstützung bieten können”, erklärt Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas, einer der Projektleiter von digiDEM Bayern. “Die Corona-Pandemie hat die Situation für Menschen mit Demenz und pflegende Angehörige sowie den Zugang zu vielen Hilfsangeboten deutlich erschwert. Digitalen Lösungen kommt daher eine besondere Bedeutung zu.”

Aus diesem Grund stellt digiDEM Bayern unter https://digidem-bayern.de/digitale-angebote bereits verschiedene kostenlose digitale Angebote zur Verfügung: die Angehörigenampel, einen anonymen Online-Selbsttest für pflegende Angehörige und eine präventive Maßnahme, den Online-Hörtest. Zudem gibt es zwei Angebote zur Wissensvermittlung über Demenz: die Webinar-Reihe „Science Watch LIVE“ und den Newsletter „Science Watch“. Die digitalen Angebote der drei Gewinner des Open Innovation Wettbewerbs werden diese bald ergänzen.

Hintergrund:
Die Bereitstellung digitaler Angebote im Demenz-Bereich bildet eine der beiden Säulen des Forschungsprojekts “Digitales Demenzregister Bayern”, kurz digiDEM Bayern. Neben den digitalen Angeboten umfasst digiDEM Bayern auch Befragungen von Menschen mit Demenz und pflegenden Angehörigen in ganz Bayern über einen Zeitraum von drei Jahren. Dadurch sollen Erkenntnisse über den Verlauf der Erkrankung und die Situation der Angehörigen gewonnen und mögliche Defizite aufgedeckt werden.

digiDEM Bayern bildet einen Verbund aus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, vertreten durch dasInterdisziplinäre Zentrum für Health Technology Assessment und Public Health (Leitung: Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas) und den Lehrstuhl für Medizinische Informatik (Leitung: Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch), dem Universitätsklinikum Erlangen, vertreten durch das Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung (Leitung: Prof. Dr. med. Elmar Gräßel) und dem Innovationscluster Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg (Jörg Trinkwalter, Mitglied der Geschäftsleitung).digiDEM Bayern ist Teil der Bayerischen Demenzstrategie und auf fünf Jahre (2019-2023) angelegt. Das Forschungsprojekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.

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