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Was können Sprachassistenten in der Pflege leisten?

09.04.2018 11:56
Der Einsatz neuer Technologien, wie digitale Sprachassistenten, könnte dabei helfen, die sich beispielsweise durch den demografischen Wandel oder den Pflegefachkräftemangel ergebenden Herausforderungen in der Pflege zu meistern. Um die aktuelle Entwicklung digitaler Sprachassistenten sowie deren potenziellen Nutzen zu analysieren, hat MS&C Markt-Experten, Pflegeheime und Senioren befragt.

Statista zufolge werden aktuell ca. 73 % der Pflegebedürftigen in ihren eigenen vier Wänden gepflegt. Grund hierfür sind nicht nur finanzielle oder organisatorische Aspekte, sondern auch der wachsende Wunsch nach individualisierter Pflege in einer gewohnten Umgebung. Dies spiegelt sich auch bei gut der Hälfte der von MS&C befragten Senioren wider. Einzelne Pflegeeinrichtungen, wie beispielsweise das Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston oder das Libertana Home Health in Los Angeles, griffen bereits auf den Einsatz von Sprachassistenten zurück und zeigten somit, dass die Vielseitigkeit der Einsatzbereiche auch in deren Anwendung Zuspruch findet.

Anbieter digitaler Sprachassistenten im Gesundheitswesen und in der Pflege

Neben Amazon’s Echo teilen sich laut MS&C momentan vor allem Apple Homepod, Google Home Assistant sowie Microsoft Cortana den Markt für Sprachassistenten. Anwendungen im Gesundheitsbereich böten davon jedoch hauptsächlich Amazon. Diese würden in Form von Alexa Skills durch integrierte Services wie die Organisation von Terminen und Verträgen, Medikamentenmanagement, Online-Tagebüchern für Krankheiten und viele weitere Dienste angeboten und deckten dabei fast die komplette Wertschöpfungskette im Gesundheitswesen ab.

Die zunehmende Relevanz digitaler, sprachbasierter Lösungen im Pflegebereich werde auch durch vermehrte Prototyp-Entwicklungen pflegespezifischer Assistenten von Startups adressiert. Darunter zählten unter anderem das israelische Startup Intuition Robotics mit ElliQ, Pillohealth mit Pillo oder auch Mabu von Catalia Health.

Was ist der Mehrwert?

Im Fokus der Implementierung digitaler Sprachassistenten steht laut Studie die Verbesserung der Ausgangslage von Älteren und Pflegebedürftigen, Pflegepersonal und -einrichtungen. Für Senioren und Pflegebedürftige würde eine solche Integration einen deutlichen Mehrwert schaffen, da diese durch das zusätzliche Kommunikationsmedium sowohl eine gesteigerte Selbständigkeit als auch erhöhte Sicherheit erlangen und darüber hinaus hilfreiche Smart-Home-Anwendungen integrieren können. Gleichzeitig werden Angehörige und Pfleger durch den vereinfachten Daten- und Informationsaustausch, erhöhter Sicherheit durch individuelles Monitoring, die Abnahme administrativer Aufgaben oder Beschäftigungsmöglichkeiten wie beispielsweise Brain-jogging entlastet.

Für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen ließen sich darüber hinaus nicht nur Kostenersparnisse erzielen, es könnten zudem auch Wettbewerbsvorteile durch Differenzierung generiert, das Kerngeschäft gesichert und interne Prozesse effizienter gestaltet werden. Mit der Erschließung neuer Marktsegmente könnten zukünftig auch vermehrt Ältere in abgelegenen Gebieten bedarfsgerecht versorgt werden.

Wie die qualitative Umfrage von MS&C gezeigt hat, sehen über die Hälfte der befragten Markt-Experten einen Mehrwert für Ärzte und Pfleger in der Implementierung digitaler Sprachassistenten. Dass auch die Senioren selbst einen Nutzen in dem Einsatz solcher Technologien sehen zeige sich in ihrer Zahlungsbereitschaft von 50-100 Euro, die die befragten Senioren investieren würden, um ein solches Angebot nutzen zu können. Keiner der 19 befragten Pflegeservices stellt bisher ein aktives Angebot solcher digitaler Sprachassistenten bereit.

Die Publikation „The potential of digital voice assistants in the care sector“ ist kostenlos online verfügbar.

Bild: Mücke Sturm & Company GmbH

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