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TK: Fehlzeiten bei Pflegekräften erneut gestiegen

12.07.2021 10:51
Trotz Corona ist der Krankenstand Erwerbstätiger im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesunken - außer bei den Pflegekräften. Die Anzahl der Fehltage bei Beschäftigten in der Alten- und Krankenpflege liegt weiterhin weit über dem Durchschnitt und hat in der Krankenpflege von 2019 auf 2020 sogar zugenommen. Das zeigt eine Sonderauswertung im Rahmen des Gesundheitsreports 2021 der Techniker Krankenkasse (TK).

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK: "Durchgehend hohe Fehlzeiten bei den professionell Pflegenden zeigen, wie stark diese Berufsgruppe belastet ist. Die Arbeitsbedingungen müssen so gestaltet werden, dass sie die Pflegekräfte bestmöglich unterstützen. Dabei gilt es, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen."

Pflegeberufe gehen auf den Rücken und die Psyche

Altenpflegekräfte fehlten 2020 aufgrund von Krankheiten 24,8 Tage und damit rund zehn Tage mehr im Jahr als Berufstätige insgesamt (14,6 Tage). Beschäftige in der Krankenpflege verzeichneten im Schnitt 22,4 Fehltage. Damit sind Beschäftigte in der Pflege nicht nur häufiger und insgesamt länger krank.

Pflege geht demnach auch deutlich stärker als andere Berufe auf den Rücken und die Psyche. Im Schnitt waren Altenpflegekräfte 5,4 Tage aufgrund von Muskel-Skelett-Beschwerden krankgeschrieben, bei den Krankenpflegekräften sind es 4,7 Tage. Psychische Erkrankungen schlagen mit 5,3 bzw. 4,5 Tagen zu Buche, gefolgt von Krankheiten des Atmungssystems, wie zum Beispiel Erkältungen, mit 3,2 beziehungsweise 3,0 Tagen.

Thomas Ballast: "Eine zukunftssichere Pflege braucht einen gesunden Berufsalltag. Die TK unterstützt Arbeitgeber dabei, gesundheitsfördernde Maßnahmen und Strukturen zu schaffen - für die Mitarbeitenden ebenso wie für die zu Pflegenden."

TK fördert Prävention und Gesundheitsmanagement in der Pflege

Die TK fördert nach eigenen Angaben gezielt Projekte des Betrieblichen Gesundheitsmanagements für professionell Pflegende. Wichtige Aspekte dabei seien Themen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und gesundheitsförderliche Führungsstrukturen. Die Projekte werden in Kooperation mit Hochschulen wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Darüber hinaus engagiere sich die TK mit Modellprojekten zur Gewaltprävention in der Pflege und zur Orientierung und Mobilität in Pflegeeinrichtungen.

Auch informell Pflegende wie Angehörige oder Freundinnen und Freunde seien in einer Pflegesituation besonders gefordert. Eine Orientierungshilfe bietet ihnen die App "TK-PflegeKompakt". Sie fasse alle wichtigen Informationen, Ansprechpersonen und Angebote zusammen, die betroffenen Personen die Pflege erleichtern können.

Hintergrund:

Für die aktuelle Auswertung hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ihrer rund 5,4 Millionen versicherten Erwerbspersonen betrachtet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger und Empfängerinnen von Arbeitslosengeld I.
Der Krankenstand, darauf weist die TK hin, sei eine betriebswirtschaftliche Größe. Darunter verstehe man den prozentualen Anteil der Fehltage zur Sollarbeitszeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aufgrund einer Krankschreibung.

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