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DBfK-Appell an die Politik

05.03.2018 11:48
Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) gratuliert dem designierten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und setzt große Erwartungen in die neue Regierung. Gerade in der Pflege sei die Not besonders groß und vertrage keine weiteren Verzögerungen, sagte DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein. Wirksame Verbesserungen in der Pflegepersonalbemessung stehen für sie an erster Stelle.

Die Situation in der deutschen Pflege seien seit Jahren vom Mangel gekennzeichnet: gravierende Pflegedefizite,  sinkende Fachkraftquote, erschöpfte und ausgebrannte Pflegefachpersonen, die den immer gleichen Hinhalte-Parolen nicht mehr glaubten, begründete Ängste der Bevölkerung vor Krankenhausaufenthalten und Pflegebedürftigkeit, weil sich die Versorgungsmängel längst herumgesprochen hätten, ausbleibender Berufsnachwuchs und Pflegeschüler und -innen, die wegen der miserablen Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen frühzeitig ihre Ausbildung abbrächen.

"Der Pflegefachkräftemangel in Deutschland lässt sich nur beheben, wenn endlich die Berufsflucht gestoppt und gute, gesunde und gesetzeskonforme Arbeitsbedingungen durchgesetzt werden", konstatiert Bienstein. "Hier sind neue Ideen und innovative Konzepte, aber auch strikte Vorgaben der Politik gefragt – und sie werden Geld kosten müssen. Geld, das man jahrelang der Pflege vorenthalten hat."

Das beginne damit, dass Pflegeschüler nicht als billige Arbeitskräfte, sondern als Fachkräfte von morgen und übermorgen betrachtet und entsprechend wertschätzend fundiert ausgebildet würden. Das A und O eines guten Arbeitsplatzes seien die erlebbaren Arbeitsbedingungen: Arbeitsvolumen und zur Verfügung gestellte Personalressourcen müssten zueinander passen. Am Personal zu sparen sei in der Pflege noch nie eine gute Idee gewesen, wer diesen Fehler mache, bekomme die Folgen schnell zu spüren.

"Sind erst einmal Qualitätsmängel eingetreten, hat sich ein schlechtes Arbeitgeberimage herumgesprochen, bleiben gute Bewerber und die Klienten aus, nehmen Frustration und Fluktuation zu - eine kritische Spirale, die sich kaum noch aufhalten lässt. Erfolgversprechend sind dagegen ein guter und den Aufgaben entsprechender Skill und Grade Mix, eine Personalbemessung, die Spielräume behält für Fortbildung und Gesundheitsförderung, ein vorausschauendes systematisches Ausfallmanagement und verlässliche Dienstpläne, die für gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sorgen", erklärt Bienstein.

Deutschland stecke tief im Pflegenotstand, politische und unternehmerische Fehlsteuerungen vergangener Jahre haben ihn nach Biensteins Meinung verursacht. "Pflege ist in unserer alternden Bevölkerung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und sie braucht höchste Priorität auf allen politischen Ebenen", fordert die DBfK-Präsidentin.

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