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Studie: effektive Sturzprävention durch Künstliche Intelligenz

13.03.2019 10:34
Auch mit Pflegebedarf wollen 83 Prozent der Menschen in Deutschland im eigenen Haushalt wohnen, wie aus dem "TK-Meinungspuls Pflege 2018" hervorgeht. Ein Sturz könne diese Unabhängigkeit jedoch abrupt beenden oder zumindest stark einschränken. Eine Studie von Techniker Krankenkasse (TK) und Philips belegt, dass fast jeder zehnte Pflegebedürftige innerhalb eines beobachteten Zeitraums von zwei Wochen stürzt. Ab einem Alter von 60 Jahren machten Stürze sogar über die Hälfte der unfallbedingten Verletzungen aus.

Zudem könne "Sturzangst" die körperliche Aktivität und den Bewegungsradius einschränken. Dann entstehe ein Teufelskreis, denn je weniger die Muskulatur und der Gleichgewichtssinn trainiert sei, desto größer sei das Risiko für einen erneuten Sturz. Hier setzt eine gemeinsame Studie von Techniker Krankenkasse (TK) und Philips an. Teilnehmende TK-Versicherteerhalten nach Angaben der Initiatoren ein innovatives Hausnotrufsystem mit einer Basisstation und einem um den Hals zu tragenden Funksender. Mithilfe des "Sicher Zuhause“-Programms sollen Gesundheitsrisiken bei Pflegebedürftigen bereits im Vorfeld erkannt und Krankenhauseinweisungen vermieden werden.

"Pflegebedürftigkeit und ein möglichst selbstständiges Leben dürfen sich nicht ausschließen. Das Projekt "Sicher Zuhause" zeigt, wie digitale Lösungen und künstliche Intelligenz die Eigenständigkeit im Alter unterstützen können", erklärt Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK. Zudem würden Pflegende entlastet und Angehörigen ein Teil ihrer Sorgen genommen, so Ballast weiter.

So funktioniert "Sicher Zuhause" bei Stürzen

Das System funtioniert nach Angaben der Akteure wie folgt: Die im Funksender integrierten Sensoren erkennen einen Sturz und lösen einen automatischen Notruf aus. Binnen kürzester Zeit meldet sich ein Mitarbeiter der Hausnotrufzentrale, der Zugriff auf die hinterlegte Adresse und wichtige Informationen hat, zum Beispiel zu Vorerkrankungen und verordneten Medikamenten. Über die Freisprechanlage des Hausnotrufgeräts kann der Hilfebedürftige von überall in der Wohnung seine Situation schildern. Je nach Bedarf werden Nachbarn, Angehörige oder der Notarzt verständigt.

Selbstlernendes System warnt vor, Gesundheitsberater kümmern sich

"Sicher Zuhause" will die Kompetenz geschulter Fachkräfte mit den Vorteilen digitaler Datenverarbeitung verknüpfen: Zu Beginn schilderten die Teilnehmer der Studie einem speziell geschulten Gesundheitsberater telefonisch ihre persönliche Situation, etwa Krankengeschichte, Medikation und den üblichen Tagesablauf. Der um den Hals getragene Funksensor für die Sturzerkennung registriere die Bewegungsdaten. Auf Basis der vom Sender übermittelten Daten sowie der Informationen aus dem Eingangsgespräch berechnee der selbstlernende Algorithmus tagesaktuell einen Risikowert.

„Das Besondere an dieser Lösung ist, dass sie einen Risiko-Score ermittelt, der den Gesundheitszustand des Patienten darstellt. So lassen sich Anzeichen für eine Verschlechterung rechtzeitig erkennen“, sagt Dr. Andreas Landgraf, Business Development Manager bei Philips. Sei ein Grenzwert überschritten, melde sich der Gesundheitsberater, um mögliche Ursachen, aber auch sinnvolle präventive Maßnahmen wie Krankengymnastik, einen Arztbesuch oder eine Pflegeberatung vor Ort zu besprechen.

Hintergrund für die Redaktionen

Kostenfrei an der achtmonatigen Studie teilnehmen können nach Angaben der Krankenkasse alle TK-Versicherten ab Pflegegrad 1, die Anspruch auf ein Hausnotrufsystem haben. Den Antrag zur Teilnahme an der Studie nimmt Philips entgegen. Das Hausnotrufgerät von Philips könnten die 500 Studienteilnehmer nach Ablauf der acht Monate behalten und weiterverwenden. Mehr dazu unter www.philips.de/sicherzuhause oder unter der Projekt-Hotline 0800 567 7000. Ein aktuelles Interview zum Thema Stürze in der Pflege gibt es hier.

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