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Pilot: Video-Sprechstunde im Alten- und Pflegeheim

24.01.2018 13:17
Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Buntenskamp in Geesthacht startet am 26. Januar 2018 ein Pilotprojekt, das die Verbesserung der Patientenversorgung in Senioren- und Pflegeheimen zum Ziel hat: Video-Sprechstunden und Video-Notfallbehandlungen sind als ergänzendes Werkzeug zu den regulären, persönlichen Hausbesuchen bei den Heimbewohnern geplant.

Der Gesundheitsversorger für die Stadt Geesthacht und die Region Herzogtum Lauenburg gehört damit nach eigenen Angaben zu den bundesweit ersten Anbietern dieses neuen Formats in der Patientenversorgung. Den Auftakt für das telemedizinische Angebot macht das MVZ in Kooperation mit dem „Haus Elbsonne“ in Geesthacht, das zur Gruppe Pflegeheime Apel gehört.

Die Durchführung einer solchen Videosprechstunde ist seit April vergangenen Jahres möglich, nachdem die Kassenärztliche Bundesvereinigung sowie der GKV-Spitzenverband eine Vergütungsregelung getroffen und den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) entsprechend angepasst haben.

Schnell, sicher und ohne Wegzeiten

Der praktische Ablauf sei folgendermaßen: Der Arzt sitzt an seinem Arbeitsplatz-Computer im MVZ und hat dort die gesamte Patientenakte zur Verfügung. Über einen Tablet-PC ist er mit dem Senioren- und Pflegeheim verbunden. Von dort aus kann der Patient per Video-Livestream mit dem Arzt sprechen, seine Beschwerden schildern und Fragen stellen. Unterstützt wird er dabei von einer Pflegekraft, die das Tablet für ihn hält und bedient. Zum Einsatz kommt dabei ein speziell auf die Arzt-Patient-Kommunikation zugeschnittenes Tool, das einen reibungslosen und in Datenschutzbelangen sicheren Ablauf der telemedizinischen Sprechstunde gewährleistet.

Neben der regulären Video-Visite bietet das MVZ Buntenskamp auch eine Video-Notfallbehandlung an. „Diese soll selbstverständlich nicht die medizinische Versorgung durch einen Rettungsdienst ersetzen“, berichtet Barbara Hogan, Geschäftsführerin und Ärztliche Leitung des MVZ Buntenskamp. „Vielmehr können wir auf diese Weise das Pflegepersonal in unklaren Situationen mit einer schnellen, medizinischen Einschätzung unterstützen. Wir können ohne jegliche Wegzeiten sofort mit dem Patienten im Heim verbunden werden und so eine sofortige und fallgerechte Versorgung einleiten. Das wiederum entlastet den prähospitalen Notfalldienst.“

Entwickelt hat dieses Konzept der telemedizinischen Versorgung Dr. Barbara Hogan, MBA: Sie ist seit März 2017 Geschäftsführerin und Ärztliche Leiterin des MVZ Buntenskamp.  Als ehemalige Präsidentin der Europäischen Gesellschaft für Notfallmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Notfall- und Akutmedizin bringt Hogan eine große Expertise in Notfall- und ambulanter Medizin sowie deren Prozesse und Behandlungskonzepte mit.

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