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Gesundheitstelematik und assistive Technologien stehen auf dem Lehrplan

25.10.2017 11:15
Notfalldatenspeicherung auf der Gesundheitskarte oder die elektronische Gesundheitsakte klingen noch nach Zukunftsmusik. Diese Themen gehören aber zum Curriculum am Fachbereich Gesundheit der FH Münster. Seit dem Wintersemester widmet sich dort ein eigenes Lehr- und Forschungsgebiet unter anderem den Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen: Der Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Björn Sellemann lehrt dort nun „Nutzerorientierte Gesundheitstelematik und assistive Technologien“.

Ausgerechnet ihn dafür gewonnen zu haben, sei für Prof. Dr. Rüdiger Ostermann, Fachbereich Gesundheit, ein besonderer Glücksfall. „Denn die Anzahl an berufungsfähigen Wissenschaftlern in Deutschland, die sich im Spannungsfeld von Technik auf der einen Seite und Pflege sowie Therapie auf der anderen Seite bewegen, ist sehr gering“, so der Fachbereichsdekan.

Und Sellemann ist gelernte Krankenpfleger und studierte Pflegewissenschaftler hat zu Data Mining in der Pflege promoviert, wie die FH Münster berichtet. Von seinen beruflichen Erfahrungen im Krankenhaus und im Klinikum, in Forschungsgruppen und -projekten, die sich mit Gesundheits-und Pflegeinformatik befasst haben, profitieren nun seine Studierenden. Dazu gehören etwa das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Projekt, den Mehrwert der elektronischen Patientenakte in der Gesundheitsversorgung darzustellen, und seine Promotion zum Data Mining in der Pflege. Wichtig sei ihm vor allem, „dass die Studierenden ein Selbstbewusstsein entwickeln, sich in IT-Prozesse und Technikentwicklung einzubringen, weil sie – besser als die Entwickler und Ingenieure hinter der Technik – wissen, was sie und die Patienten benötigen“.

Erfahrungen in der Lehre sammelte er an der Georg-August-Universität Göttingen und als Lehrbeauftragter an der Hochschule Weserbergland, der Hochschule Osnabrück und der Evangelischen Hochschule Dresden. „Das hat mir viel Spaß gemacht“, so Sellemann. Nun sei er gespannt auf die Studierenden am Fachbereich Gesundheit. „Ich hoffe, dass sie neugierig, kritisch und diskutierfreudig sind“, sagt der 43-Jährige. „Und dass ich auch von ihnen lerne – denn alle sind nah an der Praxis!“

Bis zu seiner Berufung war er Leiter eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten IT-Forschungsprojektes in der Interdisziplinären Notaufnahme und Leiter der Arbeitsgruppe Curricula und Lehre am Institut für Medizinische Informatik der Universitätsmedizin Göttingen an der Georg-August-Universität Göttingen. Sein dort begonnenes Forschungsprojekt zur digitalen Wundversorgung möchte er nun hier fortsetzen.

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