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WIP: Pflege-Finanzierung belastet jüngere Generationen zunehmend

13.05.2019 12:37
Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat am 13. Mai in Berlin seine aktuellen Studien zur Pflegefinanzierung vorgestellt. Die Analysen zeigen: Steigende Beitragssätze und die hohe implizite Verschuldung der Sozialen Pflegepflichtversicherung stellen eine zunehmende Belastung der jüngeren Generation dar. Mögliche Reformen der Pflegefinanzierung müssten daher zwingend auch auf ihre Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit hin überprüft werden.

Allein durch die demografische Alterung der Gesellschaft werde der Pflege-Beitragssatz auf mindestens 4,1 Prozent im Jahr 2040 steigen. Bereits in diesem Szenario müsse ein im Jahre 1989 Geborener mit durchschnittlichen beitragspflichtigen Einkommen über seine gesamte Lebenszeit mehr als 38.000 Euro (real) Beitrag zur Pflegeversicherung bezahlen. Das seien 50 Prozent mehr als bei 1966 geborenen Versicherten.

Sollten dagegen Ausgaben- und Einnahmenentwicklung – wie bereits in der Vergangenheit – weiter auseinanderdriften, könnten die SPV-Beitragssätze laut WIP sogar zwischen 5 und knapp 8 Prozent in 2040 liegen und damit in einer Größenordnung, die nicht mehr tragbar erscheine. Damit wachse das politische Risiko, dass Leistungen gekürzt werden müssen.

Selbst bei optimistischen Szenarien ergäben sich Beitragssteigerungen und es drohe damit ein Überschreiten der politisch konsentierten 40-Prozent-Grenze bei der Abgabenbelastung. Dabei weise Deutschland bereits heute die zweithöchste Steuer- und Abgabenquote innerhalb der OECD-Länder auf.

Aktuell betrage die versteckte Schuld in der Sozialen Pflegeversiche¬rung (SPV) 435 Milliarden Euro. Bei diesem Betrag handele es sich um die zukünftigen Leistungsversprechen, die durch heutige Beitragszahlungen nicht gedeckt seien. Um die nachfolgenden Generationen nicht noch weiter zu belasten, sollten laut WIP zusätzliche Pflegeleistungen daher nicht dem Umlageverfahren der SPV auferlegt, sondern durch kapitalgedeckte Vorsorge abgesichert werden.

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