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Schwächung der ambulanten Rehabilitation durch das PpSG?

11.11.2018 10:31
Trotz intensiver Warnungen aller Reha-Verbände wird die Bundesregierung die Finanzierung der medizinischen Rehabilitation im Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG) nicht verbessern, bemängelt der Zentralverband ambulanter Therapieeinrichtungen e.V. (ZAT). Die Gehälter für Pflegekräfte in den Reha-Einrichtungen seien häufig niedriger als in Krankenhäusern.

"Mit der Grundlohnbindung in der medizinischen Rehabilitation haben wir keine Chance, die zu erwartenden Gehaltsforderungen unserer Mitarbeiter zu finanzieren", so Prof. Dr. med. Johannes M. Peil, Präsident des Zentralverbands ambulanter Therapieeinrichtungen Deutschland e.V., leitender Arzt der Sportklinik Bad Nauheim und ärztlicher Direktor der Sportklinik Frankfurt/M. "Den politischen Akteuren muss die Gefahr bekannt sein, dass Krankenhäuser und Pflegeheime in großem Umfang Pflegekräfte aus Rehabilitationseinrichtungen, auch aus den von uns vertretenen ambulanten Reha-Einrichtungen, abwerben könnten."

Mit Verabschiedung des PpSG werde die Gefahr, die sich aus der fehlenden Refinanzierung im Reha-Bereich ergibt, real. "Wenn dies geschieht werden qualifizierte Pflegekräfte der ambulanten Reha-Einrichtungen in die besser bezahlten Beschäftigungsverhältnisse von Krankenhäusern und Pflegeheimen wechseln. Damit wäre die hochwertige Versorgung in ambulanten Reha-Einrichtungen ernsthaft gefährdet", gibt Prof. Peil zu bedenken. Auch Sportler könnten oft durch eine wohnortnahe Reha schnell wieder ihrem beruflichen und sportlichen Alltag nachgehen. Für sie könnten die gesetzlichen Änderungen bedeuten, dass die Rehabilitation länger und weniger effektiv erfolgt als derzeit und damit das zeitnahe Return-to-Play gefährdet wird.

Der ZAT appelliert an die politischen Entscheider, den Bereich der medizinischen und insbesondere der ambulanten Rehabilitation stärker in den Fokus zu nehmen und allen Patienten den bedarfsgerechten Zugang auch zur ambulanten Rehabilitation nicht zu verschließen.

Die ambulante Rehabilitation habe sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten als hoch leistungsfähige Versorgungsform bundesweit etabliert. Viele Patienten bevorzugten die wohnortnahe Reha wegen des Verbleibs im familiären und beruflichen Umfeld. Auch in der Sportlerversorgung besitze die ambulante Rehabilitation einen herausragenden Stellenwert.

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