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Physician Assistants für das Emsland

14.02.2020 15:14
Carl Remigius Medical School und Klinik Ludmillenstift in Meppen bilden ab September 2020 gemeinsam Arztassistenten aus. Die Kooperation soll die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen. Modellprojekt in Niedersachsen.

Die zur Hochschule Fresenius gehörende Carl Remigius Medical School (CRMS) hat mit dem Klinikum Ludmillenstift in Meppen eine weitreichende Kooperation vereinbart zur akademischen Ausbildung von Physician Assistants, kurz PA, im Emsland. Dazu soll in Meppen am Ludmillenstift ein Studienzentrum der CRMS eingerichtet werden. Lehre und Praxis sollen dadurch eng miteinander verknüpft werden. Medizinische Fachangestellte aus dem stationären wie ambulanten Bereich, die sich auf Hochschulniveau weiterqualifizieren wollen, könnten dadurch weiterhin in ihrem Beruf verbleiben. Jährlich sollen im Emsland mindestens 16 PA ausgebildet werden. Das berufsbegleitende Studium dauert nach Angaben der Carl Remigius Medical School drei Jahre und endet mit dem Abschluss Bachelor of Science. Durch diese Kooperation wird erstmals in Niedersachsen die Ausbildung von PA möglich.

„Das Ludmillenstift ist für uns ein idealer Ausbildungspartner. Das Krankenhaus bietet ein breites medizinisches Leistungsspektrum, das unseren Studierenden einen unmittelbaren Theorie-Praxis-Bezug ermöglicht, insbesondere in der Lehre am Patienten“, sagt Prof. Dr. med. Lars Brechtel, Studiengangsleiter für den Physician Assistance an der CRMS in Hamburg.

„Mit dem neuen Studiengang können wir dem akuten Fachkräftemangel entgegenwirken, der schon jetzt zu Versorgungsengpässen in ländlichen Regionen führt“, sagt Wilhelm Wolken, Geschäftsführender Verwaltungs-direktor des Krankenhauses Ludmillenstift. „Zugleich können wir so unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheitsfachberufen weiterentwickeln.“

Beim Physician Assistant handelt es sich um einen medizinischen Assistenzberuf auf Hochschulniveau, dem ärztlicherseits Aufgaben delegiert werden. Der PA ist ein in Deutschland noch neues Berufsbild, in den USA, Großbritannien oder auch den Niederlanden ist dieser Beruf, der zwischen Pflege und Arzt angesiedelt ist, seit Jahrzehnten ein bewährtes Modell – sowohl in Kliniken als auch in der hausärztlichen Versorgung.

Die Carl Remigius Medical School ist Vorreiter und Marktführer für PA-Studiengänge in Deutschland. Einen akkreditierten achtsemestrigen Bachelor-Studiengang Physician Assistance in Vollzeit gibt es bereits seit 2014, seit 2017 wird zudem ein akkreditierter sechssemestriger berufsbegleitender Bachelor-Studiengang Physician Assistance für Gesundheitsberufe angeboten.

Maßgeblich vorangetrieben wurde das Projekt durch Dr. med. Volker Eissing, Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums Birkenallee in Papenburg, der sich seit Jahren für eine PA-Ausbildung im Emsland einsetzt. „Ich freue mich riesig, dass wir mit dem Studiengang Physician Assistance den medizinischen Fachangestellten und Krankenpflegern die Chance zur Akademisierung geben. Das ist ein Quantensprung. Im Rahmen der Delegation wird es dann möglich sein, ärztliche Aufgaben an PA zu delegieren. Mit der Carl Remigius Medical School ist es gelungen, eine Studienstruktur zu schaffen, die mit der Arbeitswirklichkeit in Praxen und Kliniken vereinbar ist. Zusammen mit der Hochschule, der Ärztekammer und der KV Niedersachsen wird es gelingen, die Versorgungssituation in den nächsten Jahren deutlich zu verbessern und mit dem PA auch die Position des Hausarztes zu stärken.“

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