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Studie zu Gewalt in der Pflege: Weidner fordert „neue Kultur des Hinschauens"

04.09.2017 12:40
Gewalt in der Pflege scheint ein Phänomen des älltäglichen Pflegebetriebs zu sein, wie eine Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) in Köln in Kooperation mit der B. Braun-Stiftung in Melsungen deutlich macht. Allerdings werde derartigen Erfahrungen in den Einrichtungen zu wenig Beachtung geschenkt und diese würden kaum systematisch aufgearbeitet.

Ende des Jahres 2016 wurden nach Angaben des DIP rund 400 Pflegefachpersonen und -schüler aus unterschiedlichen Einrichtungen zum Umgang mit Gewalterfahrungen sowie der Beurteilung  von Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten zum Umgang mit Gewaltsituationen befragt.

Fast jeder dritte Befragte äußert, dass Maßnahmen gegen den Willen von Patienten, Bewohnern und Pflegebedürftigen alltäglich sind. Jeder Zehnte hat in jüngerer Zeit konkrete Gewalterfahrungen erlebt. Selbst in dem kleineren Teil an Institutionen, in denen es betriebliche Angebote zur Prävention und Aufarbeitung von Gewalterfahrungen gibt, bleiben konkrete Gewalterfahrungen zumeist unbearbeitet. Zugleich wird von den Befragten ein großes Interesse an der Auseinandersetzung mit Gewalt in der Pflege in Aus-, Fort- und Weiterbildung geäußert.

Professor Dr. Frank Weidner, Direktor des DIP und Leiter der Studie, sagt: „Spätestens mit Bekanntwerden des mutmaßlichen Ausmaßes der Mordserie des Krankenpflegers Niels H. hat das Thema ‚Gewalt in der Pflege‘ eine erschütternde und dringend notwendige Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhalten! Ohne Zweifel handelt es sich hierbei um einen Fall außerordentlicher krimineller Energie. Aber auch die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass es in Krankenhäusern, Altenheimen und in der ambulanten Versorgung endlich eine neue Kultur des Hinschauens und der Achtsamkeit geben muss. Damit einhergehen müssen wirksame Angebote der Prävention und Aufarbeitung von jeglichen Gewaltsignalen und -erfahrungen in der Pflege!“

Die Studienergebnisse sind in einer gekürzten Fassung im aktuellen Heft der Fachzeitschrift „Die Schwester/ Der Pfleger“ der Bibliomed-Verlagsgesellschaft nachzulesen. In Kürze erscheint nach Angaben des Instituts der komplette Studienbericht zum download unter www.dip.de.

Das gemeinnützige und unabhängige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) hat seinen Sitz in Köln an der KatHO NRW und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz. Es finanziert sich nahezu ausschließlich durch eingeworbene Forschungsgelder.

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