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Pflege: Zarte Pflanze Digitalisierung nutzen

13.09.2018 11:36
Im politischen Raum hat die Digitalisierung der Sozial- und Gesundheitsbranche in den letzten Jahren zunächst wenig Anklang gefunden. Seitdem sich Jens Spahn auf Bundesebene mit dem Sofortprogramm Pflege 1 für eine Entlastung der Pflegenden durch digitale Maßnahmen aussprach und eine Bezuschussung befürwortet hat, regen sich die Gemüter und das Thema weitet sich auch auf Landesebene aus. Die nordrhein- westfälische Regierung forderte unlängst eine Verpflichtung von WLAN in allen Pflegeeinrichtungen.

„Bisher machte sich das Gefühl breit, dass die Politik die Komponente Digitalisierung nicht als Gegenpol zum Fachkräftemangel erkennt. Langsam scheinen die Verantwortlichen jedoch das Potenzial wahrzunehmen, das die technischen Möglichkeiten an dieser Stelle bieten“, so Karsten Glied, Geschäftsführer der Techniklotsen GmbH. „Die neuen Entwicklungen zeigen ermutigend, dass das zarte Pflänzchen Digitalisierung die Pflege in allen Bereichen revolutionieren kann.“

Refinanzierung überdenken

Anfang August beschloss die Bundesregierung den Gesetzentwurf zur Stärkung des Pflegepersonals. Sowohl die personelle als auch die technische Ausstattung der Einrichtungen soll die neue Richtlinie fördern und damit die allgemeine Situation der Arbeitskräfte sowie der Patienten beziehungsweise Pflegebedürftigen verbessern. „Erste Schritte in Richtung digitale Zukunft sind gemacht, nun ringt die Politik darum, gute Lösungen zu finden, um mehr Arbeitskräfte anzuwerben“, meint Glied. Das zu Januar 2019 in Kraft tretende Gesetz beinhaltet unter anderem die Refinanzierung der zusätzlichen Pflegestellen durch die Kostenträger der Einrichtungen.

Hier kommt auch die Weiterentwicklung des mit dem Krankenhausstrukturgesetz eingeführten Pflegestellen-Förderprogramms zum Tragen: Die zusätzlichen Mittel sind zweckgebunden und können nur für den tatsächlichen Bedarf eingesetzt werden. Dies bezieht sich sowohl auf die Aufstockung von Fachkräften als auch auf die Förderung digitaler Anwendungen, die für strukturelle Verbesserungen sorgen sollen – beispielsweise im Bereich der telemedizinischen Vernetzung. „Auf dem Gebiet der Pflege verschafft eine Förderung der Digitalisierung zwar nicht die erforderlichen menschlichen Fachkräfte, kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch schon bei vielen Aufgaben im sozialen Bereich unterstützen, die nicht unmittelbar mit der Pflege zu tun haben“, weiß der Experte für IT und Telekommunikation. „Einzelne Förderansätze zeigen den Willen der Politik, die digitale Transformation stärker einzubringen, allerdings schaffen nur langfristige Investitionen effiziente Abläufe und können systematisch entlasten. Der neue Gesetzentwurf zeigt gute Ansätze, allerdings bleibt es auch hier wieder nur bei einzelnen Subventionen für die digitale Transformation. Weg von Anschub-Finanzierungen hin zu einer Förderung von mehr Technik durch einen separaten Investitionskostenanteil für IT und Digitalisierung, so muss die Devise lauten.“

Technik als Chance

Wer die digitalen Möglichkeiten ausschöpft und technische Mittel richtig einsetzt, kann Pflegekräfte in ambulanten sowie stationären Einrichtungen erheblich entlasten. Dies gilt insbesondere für den Verwaltungsaufwand, beispielsweise bei Abrechnungen von erbrachten Leistungen, Dienstplanung oder der Pflegedokumentation. Aber auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung sowie bei der qualitativen Verbesserung interner Prozesse in Pflegeeinrichtungen unterstützen digitale Maßnahmen. So lassen sich die bereits vorhandenen Mitarbeiter erheblich entlasten. „Aktuell fehlt es zwar an Fachkräften, aber nicht an technischen Möglichkeiten. Die Digitalisierung zeigt sich als Chance für eine Revolution der Pflege. Sie kann das Problem der fehlenden Mitarbeiter in Einrichtungen vielleicht nicht vollständig lösen, allerdings erheblich minimieren und die überlasteten Arbeitskräfte gezielt unterstützen“, bekräftigt Glied.

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