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Telemedizin für Parkinsonpatienten

29.11.2018 10:49
Das Forschungsprojekt "Telepark" soll mithilfe von Telemedizin und moderner Sensorik die Therapie von Parkinsonpatienten über Distanzen hinweg verbessern. IM Januar 2019 soll das Projekt starten, kürzlich ist der entsprechende Bundesförderbescheid vergeben worden.

Das Institut für Angewandte Informatik (InfAI) der Universität Leipzig entwickelt die Plattform inklusive diversen Schnittstellen (APIs), um ein  integriertes digitales Management der Patienten zu ermöglichen. Kürzlich wurde der Bundesförderbescheid für den Projektstart im Januar vergeben.

Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Krankheit. Allein in Europa sind mehr als eine Million Menschen an Parkinson erkrankt. Mit dem Fortschritt der Krankheit bedarf es einer immer häufigeren Überprüfung des Gesundheitszustandes, da sich dieser von Tag zu Tag deutlich ändern kann. Für die Patienten ist jedoch nur ein Termin bei einem Spezialisten etwa alle sechs Monate vorgesehen. Allein im Universitätsklinikum Dresden kommen fast 60 Prozent der Parkinsonpatienten als Notfälle in die Klinik.

So funktioniert die Behandlung mit „TelePark“

Durch das telemedizinische Monitoring können die Neurologen Behandlungsempfehlungen, wie zunehmende Bewegung, das Verschreiben neuer Medikamente oder Dosierungen, Visitenpläne und Diskussionen zu chirurgischen Möglichkeiten, direkt und über Entfernungen hinweg vornehmen. Die Daten werden über Mobiltelefone, Fitness-Armbänder, Smart Watches oder spezielle Gangsocken mit entsprechender Sensorik übermittelt. Im Rahmen des Vorhabens soll gezeigt werden, dass der überwiegende Teil der Untersuchungen zu Parkinson von der Ferne aus durchgeführt werden kann. Die Ärzte erkennen und behandeln über die Distanz hinweg das Anschlagen von Behandlungsmethoden oder auftretende Komplikationen anhand des direkten Feedbacks der Patienten besser, als sie dies in klinischen Studien vermögen.

Digitale Plattform des InfAI als Grundlage für das Telemedizin-Projekt

Das InfAI entwickelt die digitale Plattform speziell für das Parkinson Netzwerk in Sachsen (PANOS). Die Plattform soll unkompliziert in existierende Krankenhausinformationssysteme sowie in mobile Geräte eingebunden werden. Dabei spielen APIs (Schnittstellen) sowie Verbindungen zu Deep Learning Algorithmen für neue Therapieansätze eine wichtige Rolle. Nach der Einführung in Sachsen soll das Projekt schrittweise über Deutschland und Europa erweitert werden.

Das Projekt „TelePark – Vernetzung von Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson-Syndrom und Parkinsonspezialisten durch Telemedizin und moderne Sensorik“ wird im Rahmen der Förderung innovativer Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft von der Sächsische Aufbau Bank (SAB) / dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Der Bundesförderbescheid wurde offiziell am 22. November übergeben. Bereits im März 2018 wurde das Projekt mit dem Digitalen Gesundheitspreis ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Projekt unter: infai.org/telepark-projekt

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