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„Keinen Schritt weiter gekommen"

10.11.2017 07:46
Den am 9. November veröffentlichten Barmer Pflegereport 2017 nimmt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) zum Anlass, die großen, zu bewältigenden Herausforderungen im deutschen Pflegesystem einmal mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Ein schlüssiges Konzept zur Lösung des Fachkräftemangels fehlt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein nach wie vor.

„Wir sind bei der Bewältigung des Pflegefachkräftemangels keinen Schritt vorangekommen. Es gab und gibt viele politische Lippenbekenntnisse, dass der Beruf attraktiver gemacht werden müsse. Alles in allem ist es aber bislang bei leeren Versprechungen geblieben. In der Praxis hat sich die Arbeitssituation professionell Pflegender in der Zwischenzeit weiter verschärft. Die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs ab Januar 2017 war lange überfällig. Sie hat nun viele Hoffnungen geweckt und bietet eine Menge Potenzial, das jetzt für alle Beteiligten aber auch mit Leben erfüllt werden muss.

Bei der Entwicklung guter Wohn- und Betreuungskonzepte sei pflegerische Expertise maßgeblich einzubinden. Vorhandenes Fachkräftepotenzial müsse gezielt aktiviert werden durch:

  • gute und gesunde Arbeitsbedingungen, die zum Bleiben am Arbeitsplatz motivieren,
  • glaubwürdige Angebote an Beschäftigte in Teilzeit sowie Berufsaussteiger, den Vertragsumfang zu erhöhen bzw. ihren Beruf wieder aufzunehmen,
  • wirksame Anreize an interessierte erfahrene Pflegende, sich zur Fachkraft qualifizieren zu lassen,
  • Lernen von Best Practice Beispielen. Es gibt viele sehr gute Arbeitgeber in der Pflege, die in qualifiziertes Personal und angenehme, förderliche Bedingungen für Bewohnerinnen und Bewohner investieren. Und damit nicht nur messbare Erfolge erzielen, sondern verlässlich schwarze Zahlen schreiben.


Der DBfK fordert erneut die zur Zeit sondierenden Parteien und darüber hinaus alle Abgeordneten im Bundestag auf, nach echten und nachhaltigen Lösungen für die Pflege in Deutschland zu suchen. Der Verband sei gerne bereit, seine Kompetenz und Vorschläge einzubringen, so Biensteins Angebot an die künftige Bundesregierung. Sie weist zudem auf das aktuelle Gutachten der Wirtschaftsweisen hin, dass der Fachkräftemangel in der Gesundheitswirtschaft künftig die weitere positive Entwicklung deutlich einschränken, sogar ausbremsen könne. Auch die Digitalisierung werde nur unterstützende Lösungen hervorbringen und den Einsatz des Menschen nicht ersetzen können. Zeit, zu handeln.

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