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Personalbemessungsinstrument: DKG will Pflege stärken

10.05.2019 11:22
„Pflegerinnen und Pfleger sind das Rückgrat der medizinischen Versorgung in der Klinik. Umso wichtiger ist es, ihnen einen guten Arbeitsplatz zu gewährleisten. Zu einem guten Arbeitsplatz gehört für die meisten Mitarbeiter eine ausreichende Zahl an Kollegen. Deshalb wollen wir mit einem Personalbemessungsinstrument hier die Weichen stellen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Attraktivität des Arbeitsplatzes Krankenhaus zu erhöhen“, erklärt Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden am 12. Mai.

Für die Krankenhäuser gehört die Suche nach Pflegepersonal zu den größten Herausforderungen. 15.000 Stellen blieben derzeit in deutschen Kliniken unbesetzt, weil keine Fachkräfte zur Verfügung stehen. Nunmehr will die DKG nach eigenen Angaben im Schulterschluss mit dem Deutschen Pflegerat und ver.di eine bedarfsgerechte Pflegeausstattung definieren. „Wir wollen, dass Pflegenden wieder mehr Wertschätzung entgegengebracht wird und damit auch die Bindung an den Beruf erhöhen. Aus dem aktiven Beruf ausgeschiedene Pflegekräfte könnten sich zur Rückkehr in den Beruf entschließen und Mitarbeiter in Teilzeit ihre Arbeitszeit je nach Lebenslage erhöhen. Und vor allem wollen wir ein Umfeld schaffen, dass sich viele junge Menschen entschließen, den Beruf zu ergreifen. Wir haben in der Vergangenheit mit Maßnahmen, wie langfristiger Dienstplanung, flexiblen Arbeitszeiten, Kinderbetreuung und vielem mehr die Situation verbessert. Klar ist aber auch, dass der Personalmangel weitere Anstrengungen fordert“, betonte der Präsident.

Zu diesen Herausforderungen gehöre auch, dass mittel- und langfristig  neue und komplexere Behandlungsaufgaben auf die Pflege im Krankenhaus zukämen. „Wir haben hier große Potentiale, gerade auch wenn wir dies mit anderen Ländern vergleichen. Der Pflege werden verantwortlichere Behandlungsaufgaben zugeordnet werden, die auch dazu führen werden, dass die Attraktivität des Berufes steigt. Ein Teil der Pflegenden wird zukünftig akademisch ausgebildet sein, diese Möglichkeiten müssen wir nutzen“, erklärt der DKG-Präsident.

Mit der Einführung eines solchen Bemessungsinstruments würden die starren Pflegepersonaluntergrenzen und auch der Pflegepersonalquotient überflüssig. „Was wir brauchen ist eine gute Besetzung über das ganze Haus hinweg, eine Regelung, die die Personalverantwortung bei den Häusern belässt und vor allem eine starke Entbürokratisierung. Pflegekräfte wollen am Bett pflegen und nicht bürokratische Formularorgien über sich ergehen lassen“, sagt Dr. Gerald Gaß.

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