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Zwanzig Jahre Pflegeforschung im DIP

20.10.2020 15:43
In diesem Jahr feiert das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) sein 20-jähriges Bestehen. Im Jahr 2000 wurde es gemeinsam von katholischen Hochschulen und Verbänden als gemeinnütziges und unabhängiges Pflegeforschungsinstitut gegründet und hat sich seither deutschlandweit einen Namen gemacht. Mehr als 150 Projekte im Volumen von mehr als 15 Mio. Euro seien eingeworben und bearbeitet worden, und dies ohne jegliche staatliche oder private Grundfinanzierung. Projektförderer und Auftraggeber sind zahlreiche Bundes- und Landesministerien, Kosten- und Einrichtungsträger, Stiftungen und Verbände und weitere Organisationen.

Gründungsdirektor und heutiger Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Frank Weidner freut sich: „Wir haben uns vor zwanzig Jahren vorgenommen, die Situation und Potenziale der Pflege in Deutschland gründlich zu erforschen und innovative Konzepte zu entwickeln. Rückblickend freut es uns sehr, dass wir so viele Beiträge haben leisten können.“

Das DIP hat seinen Sitz an der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) in Köln und einen zweiten Standort in Vallendar bei Koblenz in Rheinland-Pfalz an der dortigen Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTHV). Zentrale Arbeitsfelder des Instituts sind Bildung, Versorgung, Arbeit, Qualität, Prävention und neue Technologien in der Pflege.

In drei Abteilungen werden, so erklärt das Institut, die Projekte gebündelt und nachhaltig bearbeitet. Darunter befinden sich Bundesmodellprojekte wie „Pflegeausbildung in Bewegung“, das wichtige Grundlagen für die aktuelle Pflegeausbildung lieferte. Prof. Gertrud Hundenborn, Mitglied im Institutsvorstand und Leiterin der Abteilung Pflegebildungsforschung zeigt sich zufrieden: „Wir haben in der Pflegebildung auf Bundes- und Länderebene wichtige Impulse setzen und Konzepte für die Weiterentwicklung der Pflegeberufe in der Aus-, Fort- und Weitbildung erarbeiten können. Im Verbund mit Kooperationspartnern haben wir richtungsweisende Ideen und konkrete Modelle entwickelt sowie vorhandene Ansätze auf ihre Fundierung und Nachhaltigkeit hin evaluiert.“

In der Abteilung „Arbeit und Beruf“ werde unter anderem die renommierte „Pflege-Thermometer-Reihe“ mit inzwischen neun repräsentativen Studien zur Situation und Versorgung in der Pflege in allen Sektoren verantwortet. Zudem würden für einige Bundesländer, darunter NRW und Niedersachsen, regelmäßig Landesberichterstattungen zu den Gesundheits- und Pflegeberufen erstellt. Darüber hinaus berate das DIP zuständige Ministerien und Behörden etwa zu Fragen der Fachkräftesicherung oder zur regionalen Pflegestrukturentwicklung. Für Prof. Dr. Michael Isfort, stellvertretender Vorsitzender des DIP und Abteilungsleiter, ist es wichtig zu betonen: „Arbeitsmarkt und Versorgungslandschaften der Pflege sind sehr komplex und überaus dynamisch. Wer hier sinnvoll agieren und planen will, muss auf gute und sichere Daten zurückgreifen können und mit den Akteuren vor Ort darüber ins Gespräch kommen. Eine unserer Expertisen besteht darin, solche Prozesse landesweit und zugleich regionalisiert zu entwickeln, zu implementieren und zu moderieren.“

In der Abteilung „Prävention und neue Technologien“ unter Leitung von Prof. Weidner seien seit Gründung des DIP alleine rund 15 Projekte zur Vermeidung bzw. Verzögerung von Pflegebedürftigkeit wie etwa „mobil“ und „PräSenZ“ in Baden-Württemberg, „POP Siegen-Wittgenstein“ und „PAKT“ in NRW oder auch „Gemeindeschwesterplus“ in Rheinland-Pfalz durchgeführt bzw. wissenschaftlich begleitet worden. So seien mit Dutzenden Städten und Landkreisen aus etlichen Bundesländern Ansätze zur Sozialraumentwicklung und „Präventive Hausbesuche“ für Senioren erprobt und umgesetzt worden, zuletzt beim Hamburger Hausbesuch. Im zweiten Arbeitsschwerpunkt der Abteilung, neue Technologien, werden die Chancen, Potenziale und Risiken der Digitalisierung in der Pflege in Studien wie „ePflege“ oder im Robotikprojekt „HoLLiECares“ im Auftrag oder durch Förderung verschiedener Bundesministerien untersucht. Ferner wurden von der Abteilung inzwischen mehr als einhundert pflegewissenschaftliche Gutachten deutschlandweit im Rahmen von rechtlichen Streitfällen zur pflegerischen Versorgung für Gerichte erstellt.

Heute sind nach Institutsangaben im DIP rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wissenschaft und Verwaltung beschäftigt. Seit Institutsgründung vor zwanzig Jahren waren insgesamt nahezu 50 wissenschaftliche Mitarbeitende hauptamtlich im DIP beschäftigt. Viele hätten sich begleitend weiterqualifiziert und etliche machten oder machen ihren Doktor der Pflegewissenschaft zumeist an der kooperierenden PTHV. Einige von ihnen konnten im Anschluss auch Hochschulprofessuren übernehmen. Die Menschen im DIP haben für ihre Arbeit auch Preise erhalten, allen voran dreimal den Deutschen Pflegepreis des Deutschen Pflegerates (DPR), die höchste Auszeichnung der Pflege in Deutschland. Damit sei das DIP die einzige Einrichtung in Deutschland, in der gleich drei Preisträger mit dieser Auszeichnung arbeiten. Ferner seien projektbezogene Preise und Auszeichnungen verliehen worden, wie etwa der Fraunhofer-Preis „Technik für den Menschen“ für das Projekt SUSI TD.

Im Verwaltungsrat des Instituts wirkten die Vertreter von Hochschulen und Verbänden mit. Langjähriger Vorsitzender ist Prof. em. Dr. Johannes Kemser von der Stiftungshochschule München, seine Stellvertreterin ist ebenfalls seit vielen Jahren Prof. Dr. Susanne Schewior-Popp von der Katholischen Hochschule in Mainz. Weitere gewählte Mitglieder im Verwaltungsrat sind Vertreter vom Deutschen Caritasverband, Katholischen Krankenhausverband, Katholischen Pflegeverband sowie von der Katholischen Hochschule Freiburg und der PTHV. Auch die KatHO NRW wirkt von Beginn an in den Gremien des DIP mit.

„Wir versuchen auch weiterhin täglich zu zeigen, wie wichtig es ist, Forschung und Wissenschaft in der Pflege nah an der Lebens- und Arbeitswirklichkeit der Menschen umzusetzen und Erkenntnisse, Daten und Fakten zur Pflege in die Politik und Praxis zu bringen“, sagt Weidner, „und wir hoffen, dass die Pflegewissenschaft und -forschung in Deutschland zukünftig auch mit staatlichen Mitteln gestärkt und ausgebaut wird, denn hier sehen wir noch viel Luft nach oben!“

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