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Brühl: „Mehr Fachkräfte führen zu differenzierterer Pflege“

10.03.2020 09:54
Das Projekt „Innovationen zur Förderung der Pflegequalität bei variierender Fachkraftquote (InQuaFa)“ der Bethesda-St. Martin gemeinnützige GmbH aus Boppard unter der wissenschaftlichen Begleitung durch Prof. Dr. Albert Brühl, Lehrstuhl für Statistik und standardisierte Verfahren an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) wird im Dezember 2020 beendet. Aktuell werden die ersten Ergebnisse in den beteiligten Berufsbildenden Schulen vorgestellt.

„Die Schulen hatten die Zeiterhebung über 48 Stunden in den beteiligten vier Einrichtungen durchgeführt und damit einen wesentlichen Teil des Projektes erst ermöglicht“, sagt Prof. Brühl. Gestartet wurde in der Berufsbildenden Schule Simmern. Als Einrichtungen beteiligt waren das Altenzentrum Haus Elisabeth in Boppard, das Altenzentrum Ev. Marktkirchengemeinde in Neuwied, das Seniorenzentrum Bethesda in Höhr-Grenzhausen und das Betreuungs- und Begegnungszentrum Haus im Rebenhang in Winningen.

Ziel des Projektes war es nach Angaben der Initiatoren, den Zusammenhang zwischen der Differenzierung von Pflegebedürftigkeit, der erreichten Pflegequalität und der Ausstattung mit Pflegefachkräften zu untersuchen. Hierbei wurde der Versuch unternommen, den Einfluss von unterschiedlich qualifizierten Pflegekräften auf die Pflegequalität darzustellen. Im Projekt ging es auch darum, Erkenntnisse zu gewinnen, wie bei dem bestehenden und in der Zukunft sich immer mehr verschärfenden Fachkräftemangel begegnet werden kann.

„Notwendig ist ein Wechsel bei der Darlegung von Pflegequalität“

„Die Ergebnisse des Projektes ‚InQuaFa – Innovationen in Qualität bei variierender Fachkraftquote‘ zeigen, dass Pflege klar auf verschiedenen Niveaus stattfindet“, erklärt Prof. Brühl. Diese Niveaus können mit Hilfe der Ergebnisse vergleichbar erfasst und in ihren Auswirkungen auf die Pflegepraxis beschrieben werden. Das Niveau von Pflege ist tendenziell höher für Pflegefachkräfte als für Assistenzkräfte. Dieser Unterschied verschwindet aber bei einer niedrigen Ausstattung mit Fachkräften. „Dabei sichern die aktuell kontrollierten Fachkraftquoten keine Mindestausstattung, da sie auf den Pflegegraden basieren, die Fachkraftzeit nur zu 10 Prozent erklären. Notwendig ist deshalb ein Wechsel in der Prüfung von Pflegequalität“, sagt Prof. Brühl, und weiter: „Personalausstattung kann nicht empirisch berechnet werden, ohne darzulegen, auf welchen Niveaus Pflege stattfinden soll. Hierzu bedarf es eines Wechsels in der Bestimmung von Pflegequalität, der mit den Ergebnissen aus InQuaFa gestaltet werden kann.“ Personalbemessung bleibt nach den Ergebnissen eine normative Entscheidung, die durch keinen Algorithmus ersetzt werden kann.

Untersuchungsvorhaben erstreckt sich noch bis Dezember 2020

Aktuell werden die Ergebnisse des Projektes den beteiligten stationären Langzeitpflege-Einrichtungen, den beteiligten berufsbildenden Schulen und der Bethesda-Stiftung vorgestellt. Weitere Vorstellungsrunden in der Fachöffentlichkeit werden folgen.

Gefördert wurde das Projekt durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz. Die Bethesda-St. Martin gemeinnützige GmbH stellt die Restfinanzierung des Projektes über Eigenmittel sicher.

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