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Halek will Pflegepraxis durch Pflegeforschung vorantreiben

04.11.2019 12:47
Prof. Dr. Margareta Halek ist auf den Lehrstuhl für Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke berufen worden. Gleichzeitig wurde sie zur Leiterin des gleichnamigen Departments gewählt.

Die Universität Witten/Herdecke ist Margareta Halek nach Angaben der Universität nicht fremd: Nach ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin absolvierte sie ihr Bachelor-, Master- und Promotionsstudium der Pflegewissenschaft an der UW/H, bevor sie 2009 an den neu gegründeten Standort Witten des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. wechselte, an dessen Ausbau sie maßgeblich beteiligt war. Dort war sie seit 2009 als Leiterin der Forschungsgruppe Versorgungsinterventionen und als stellvertretende Standortsprecherin tätig. Zuletzt hatte sie zusätzlich seit 2016 die Juniorprofessur für Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt „Pflege von Menschen mit Demenz“ am Department für Pflegewissenschaft inne. „Für mich ist dies nun ein wenig, als würde ich nach Hause kommen“, betont sie. „Hier habe ich die großartige Chance, meine Forschungstätigkeit noch stärker auf die Bedarfe der Pflege auszurichten.“

Im Fokus der Forschung und Lehre am Lehrstuhl Pflegewissenschaft liegen zukünftig pflegerische Interventionen für ältere Menschen mit komplexen Pflegebedarfen. Auch der Umgang mit demenzbedingten Veränderungen im Verhalten von Menschen mit Demenz ist ein wichtiges Forschungsthema, das Prof. Halek auch in Zukunft weiterbearbeiten will.

Dabei sind Menschen mit Demenz und deren Familien eine wichtige Personengruppe. „Pflegende und Angehörige müssen dazu befähigt werden, das Verhalten zu verstehen und mit diesem umgehen zu können. In einigen Fällen bedeutet dies auch, das Verhalten abzumildern und negative Folgen zu minimieren“, so Halek. Dafür seien eine gelungene personenzentrierte Kommunikation und Interaktion unerlässlich. Die digitalen Entwicklungen im Pflegebereich sollen in die Forschungsarbeit sinnhaft eingebunden werden. Der Einsatz von Technologien im Pflegekontext bedürfe allerdings einer kritischen Evaluation durch die Forschung und sollte gleichzeitig durch pflegewissenschaftliche Beteiligung gestaltet werden.

So arbeitet Prof. Halek mit zahlreichen Projektpartnern an einer App-Entwicklung, die Angehörige im Umgang mit Demenzerkrankten, die starke Unruhe zeigen, unterstützen soll. „Der Dialog mit den Adressatinnen und Adressaten meiner Forschung, den Pflegebedürftigen oder Pflegenden, ist von einer grundlegenden Bedeutung für meine Arbeit“, sagt Halek. Deshalb strebt sie eine enge Kooperation mit den Zielgruppen ihrer Forschung an, um zum einen die Themen anzugehen, die die Pflege dringend beschäftigen, und zum anderen um Interventionen zu entwickeln, die umsetzbar sind und damit eine hohe Akzeptanz bei den Betroffenen erreichen. Die Themen sollen dabei fachübergreifend an die Arbeiten der Fakultäten für Gesundheit, Wirtschaft und Kultur sowie insbesondere des Interdisziplinären Zentrums für Versorgungsforschung im Gesundheitswesen (IZVF) an der UW/H anknüpfen.

Auch das Department für Pflegewissenschaft soll sich unter ihrer Leitung zukünftig thematisch breiter aufstellen und den Praxisbezug innerhalb der Studiengänge und Schwerpunkte verstärken, betont Halek. „Neben professionell Forschenden werden in Deutschland auch innovative Pflegepraktikerinnen und -praktiker gebraucht, die die Professionalisierung des Berufsfeldes in der direkten Akut-, Langzeit- und gemeindenahen Versorgung vorantreiben.“

Gleichzeitig soll die pflegewissenschaftliche Ausbildung noch stärker profiliert und an die internationalen Entwicklungen angepasst werden. „Bereits jetzt stellen wir bundesweit mit unseren Absolventinnen und Absolventen einen großen Anteil an Professorinnen und Professoren im Bereich Pflege. Diese Kompetenz möchten wir weiter stärken.“ Diesbezüglich befindet sich das Department derzeit in einer Restrukturierungsphase. Unter anderem werde die Akkreditierung eines neuen Studienganges Community Health Nursing vorbereitet, dessen Entwicklung von der Robert Bosch Stiftung gefördert wird. Hier sollten zukünftig Expertinnen und Experten für die erweiterte Pflegepraxis in der primären Gesundheitsversorgung ausgebildet werden. Eine entsprechende Professur für Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Praxisentwicklung soll demnächst besetzt werden. Auch die ersten Arbeiten zur Neuaufstellung des Masterstudiengangs Pflegewissenschaft haben begonnen.

„Die Aufgabe als Lehrstuhlinhaberin und Leitung des Departments ist für mich mit einer hohen Verantwortung verbunden, denn die Universität Witten/Herdecke ist pflegewissenschaftliche Vorreiterin in Deutschland. Und dies soll auch in Zukunft so bleiben,“ sagt Prof. Halek.

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