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Regionales Modellprojekt: Die ersten Pflegebedürftigen werden betreut

14.09.2020 10:28
Das erste Regionale Pflegekompetenzzentrum (ReKo) soll planmäßig in die zweite Phase starten und nimmt seine Arbeit auf: In dem gemeinsamen Projekt von DAK-Gesundheit, der Universität Osnabrück und Gesundheitsregion EUREGIO würden jetzt die ersten Pflegebedürftigen betreut, wie die DAK angibt. Um die optimale individuelle Versorgung kümmern sich fünfzehn Pflege-Expertinnen und -Experten, sogenannte Case Manager. Auch die Angehörigen profitierten von den neuen Strukturen.

Seit dem Startschuss im Herbst 2019 seien die Case Manager geschult, ein regionales Netzwerk von Pflege-Akteuren aufgebaut sowie eine IT-Plattform installiert worden.

Bei einem Besuch in der niedersächsischen Modellregion Landkreis Grafschaft Bentheim/Landkreis Emsland habe sich Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann beeindruckt gezeigt und das große Engagement aller Beteiligten und den innovativen Geist des Projektes gelobt. Ziel des ReKo sei, dass bis Anfang 2023 rund 1.200 Pflegebedürftige und ihre Familien vom ReKo profitieren. Das Projekt wird mit zehn Millionen Euro vom Innovationsfonds der Bundesregierung gefördert.

Ministerin Carola Reimann: „Digitale Projekte haben ein großes Potenzial, die Strukturen in der Pflege nachhaltig und strukturell zu verbessern. Ganz wichtig ist dabei aber immer, dass der menschliche Aspekt nicht zu kurz kommt, denn gerade die Pflege ist vor allem ein Dienst von Menschen an Menschen. In diesem innovativen Projekt verbinden sich dank des großen Engagements aller Beteiligten beide Aspekte zum Wohle der Pflegebedürftigen, ihrer Angehörigen, aber auch der Beschäftigten.“

Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, sagt: „Herzstück des Regionalen Pflegekompetenzzentrums sind die Case Manager. Alle Pflegeleistungen für eine Person sind bei ihnen gebündelt – die Qualität der Pflege steht im Mittelpunkt. Das ReKo ist somit ein Leuchtturmprojekt und ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Pflege.“

Den vor Ort bei den beteiligten Kooperationspartnern dezentral tätigen Case Managern komme eine zentrale Rolle im ReKo zu, weil eine professionelle Organisation von Leistungen, Terminen und Schnittstellen die Lebensqualität von Pflegebedürftigen erhöhe. Als Grundlage dieser vernetzten Arbeit wurde eine neue, sektorenübergreifende IT-Plattform geschaffen.  Hier sollen alle für die Pflege einer Person relevanten Informationen zusammenlaufen. Sozialdienste, Senioren- und Pflegestützpunkte, Ärzte, Pflegeheime und -dienste oder Caterer können sich vernetzen und zum Beispiel wichtige Dokumente austauschen. Auch pflegende Angehörige haben Zugriff auf die Plattform und finden umfangreiche regionale Informationen zur Pflege an einer Stelle. Als weitere Unterstützung würden in den kommenden Monaten Angehörige bei Bedarf mit Tablets ausgestattet. Die Case Manager sind die direkten Ansprechpartner für Pflegebedürftige und deren Angehörige, sie planen die Pflege und koordinieren die Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Thomas Nerlinger, Geschäftsführer und Projektleiter der Gesundheitsregion EUREGIO, sagt: „Mit dem Start der Arbeit der Case Manager zahlt sich die lange und vertrauensvolle Vorarbeit nun aus. Ich bin sicher, dass wir unser Projekt ReKo gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern wie Landkreisen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu einem großen Erfolg für die Menschen in unserer Region führen. Hoffentlich macht das Konzept Schule, sodass auch andere Teile Deutschlands von der Idee profitieren.“

Derzeit werden für das Projekt Teilnehmer ausgewählt. Bis Ende 2020 sollen 200 Menschen, die aktuell oder in Zukunft auf Pflege angewiesen sind, im Rahmen des ReKo betreut werden. Bis Anfang 2023 werden 1.200 angestrebt. Um das Projekt wissenschaftlich auswerten zu können, werden alle Probanden gebeten, einen Evaluationsbogen auszufüllen.

Informationen zum Konzept der regionalen Pflegekompetenzzentren gibt es online auf der Website www.rekopflege.de. Zur Gesundheitsregion EUREGIO e.V. gibt es unter www.gesundheitsregion-euregio.eu nähere Informationen.

Die DAK-Gesundheit ist Konsortialführerin des Projekts ReKo. Konsortialpartner sind die Gesundheitsregion EUREGIO e.V. und die Universität Osnabrück. Darüber hinaus beteiligen sich nach Angaben der Krankenkasse zahlreiche Kooperationspartner. Der Innovationsfonds wurde 2016 von der Bundesregierung geschaffen, um neue Versorgungsformen und Forschungsprojekte zu fördern.

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