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Schleswig-Holstein: Einführung des "Betrieblichen Pflegelotsen"

16.10.2019 12:30
Pflege und Beruf unter einen Hut zu bringen gestaltet sich für berufstätige pflegende Angehörige oft schwierig. In Schleswig-Holstein soll nun das neue Programm "Betriebliche Pflegelotsen" Unterstützung bieten, das vom Unternehmensverband Nord, der AOK Nordwest, dem Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) und dem Landes-Sozialministerium initiiert wurde.

Mit der Einführung "Betrieblicher Pflegelotsen" in schleswig-holsteinischen Unternehmen sollen betroffene Beschäftigte kompetent informiert werden und Wege durch den „Pflegedschungel“ aufgezeigt bekommen, wie die Kooperationspartner mitteilen. „Pflegelotsen können niedrigschwellig und direkt im Betrieb pflegenden Angehörigen helfen, konkrete Unterstützung und Rat zu finden. Damit können sie eine wertvolle Brücke zu professioneller Hilfe schlagen“, betont Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg.

Die Hemmschwelle abbauen

Immer häufiger gerieten Beschäftigte in Schleswig-Holstein in Situationen, in denen sie plötzlich eine unerwartete Pflegesituation in der Familie bewältigen müssten. Pflege sei für viele Betroffene immer noch ein Tabuthema. „Viele Beschäftigte haben eine Hemmschwelle, von sich aus auf Vorgesetzte oder eine Beratungsstelle zuzugehen. Sie sehen es selbst als Schwäche an, sich einzugestehen, dass die Doppelbelastung von Beruf und Pflege sie überfordert“, stellt UVNord-Geschäftsführer Sebastian Schulze fest.

Fast zwei Drittel von ihnen litten unter dieser Doppelbelastung und kämen an ihre Belastungsgrenzen. In vielen Fällen komme es dann zu krankheitsbedingten Fehltagen, Arbeitszeiten würden reduziert oder der Job sogar ganz aufgegeben. Mit der möglichst flächendeckenden Einführung von Pflegelotsen in den Betrieben soll sich das künftig ändern. In einem innerbetrieblichen Informationsgespräch helfen die Pflegelotsen den betroffenen Kolleginnen und Kollegen und sollen Wege zur Lösungsfindung und zu konkreten Beratungsangeboten der gesetzlichen Pflegekassen, Pflegestützpunkte oder anderen kommunalen Beratungsstellen aufzeigen. Sie könnten eine Brücke zur Akzeptanz und Inanspruchnahme unterschiedlicher Pflege- und Unterstützungsangebote bauen, um beide Aufgaben, häusliche Pflege und Berufstätigkeit, so gut wie möglich unter einen Hut zu bringen.

Die Pflegelotsen - zur rechten Zeit an die richtigen Stellen lotsen

„Die Pflegelotsen sollen dabei keinesfalls die Aufgaben der Pflegeberatung übernehmen, sondern die betroffenen Betriebsangehörigen zur rechten Zeit an die richtigen Stellen lotsen. Dadurch soll erreicht werden, dass die Familien möglichst frühzeitig und schnell Hilfe erhalten und die Doppelbelastung durch Berufstätigkeit und Pflegeverantwortung verringert wird“, so Frank-Olaf Kassau, Bevollmächtigter des Vorstands der AOK Nordwest, und Armin Tank, Leiter der vdek-Landesvertretung Schleswig-Holstein.

Schulung für Pflegelotsen

Um die ersten betrieblichen Pflegelotsen für Ihre Tätigkeit zu qualifizieren, werde eine erste Schulung angeboten, die im Hause der AOK Nordwest, Edisonstr. 70, in Kiel-Wellsee, am Mittwoch, 6. November 2019, von 10 bis 16 Uhr durchgeführt wird.

Im Rahmen der eintägigen Schulung sollen die künftigen Pflegelotsen grundlegende Informationen zu den Leistungen der Pflegeversicherung, Tipps und Hinweise für die ersten Schritte beim Eintreten einer Pflegebedürftigkeit sowie Lösungsansätze erhalten, wie Betriebe und Verwaltungen proaktiv mit dem Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege umgehen können. Dazu werden die Pflegelotsen mit einer Pflegetasche mit umfassendem Informationsmaterial und Leitfäden ausgestattet.

Kosten für die Teilnahme an der Schulungsveranstaltung entstünden nicht.

Anmeldung für Interessierte:

Laura Tanck, UVNord
Telefon 0 43 31 / 14 20 46
E-Mail an tanck@uvnord.de.

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